Nur eine Prognoseanhebung im DAX im Jahr 2025
An diesem Trend im Prime Standard konnte auch die erratische Zollpolitik von US-Präsident Trump nicht rütteln: Die Zahl der Ad-hoc-Meldungen mit den Schlagwörtern „Prognoseänderung“ und/oder „Gewinnwarnung“ war 2025 zum fünften Mal in Folge rückläufig. Insgesamt 119 Mal passten die Emittenten im vergangenen Jahr ihre Planzahlen an – allerdings in mehr als 70 % der Fälle nach unten.
Dies geht aus einer Auswertung der EQS Group hervor, deren weltweites Newswire über 90 % der Prime-Standard-Emittenten für die Erfüllung ihrer Meldepflichten nutzen.
Sonstiger Prime Standard: 3 Viertel der Prognosen mit negativem Inhalt
Im DAX hatte 2025 lediglich eine von neun Prognoseänderungen einen positiven Inhalt. Während die adidas AG die Messlatte höher legte, musste die Porsche AG die Planzahlen sogar zweimal nach unten anpassen. Schlechte Nachrichten an die Aktionäre überbrachten außerdem BASF SE, Beiersdorf AG, Brenntag SE, MTU Aero Engines AG, Volkswagen AG und Zalando SE. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden immerhin bei vier von zehn Prognoseänderungen die Ziele angehoben.
Auch in den übrigen Segmenten fiel die Bilanz negativ aus: Im MDAX wurden bei 23 Anpassungen 13 Mal die Planzahlen nach unten korrigiert, im SDAX bei 28 von 40 Prognoseänderungen – und im sonstigen Prime Standard führte sogar nur jede vierte Neuberechnung (11 von 47) zu höheren Zielen.
Schlagwörter: „Personalie“ und „Aktienrückkauf“ unter den Favoriten
Die Prognoseänderungen erreichten im Jahr 2020 ihren Höhepunkt – die 254 Meldungen waren damals ein Ausdruck der allgemeinen Planungsunsicherheit, die nach dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie herrschte. Inzwischen ist die Zahl nicht mal mehr halb so groß und dennoch sind „Prognoseänderung“ bzw. „Gewinnwarnung“ weiterhin die am häufigsten gewählten Schlagwörtern beim Versand – oftmals in Verbindung mit Prognose (70). Da jedoch viele Emittenten mehrere Schlagwörter wählten, kam es hier immer wieder zu Überschneidungen. Weitere beliebte Kennzeichnungen waren „Vorläufiges Ergebnis“ (91), „Personalie“ (63) und „Aktienrückkauf“ (51).
In diesem Jahr hat die BaFin im Zuge der neuen Prozesse zur elektronischen Übermittlung von Insiderinformationen einen standardisierten Schlagwortkatalog eingeführt – „Prognoseänderung“ und „Gewinnwarnung“ sind darin nicht enthalten. Seit Februar lassen sich daher Veränderungen bei den Planzahlen nicht mehr direkt über eine Schlagwortsuche filtern.

