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So setzen Sie Microlearning in Compliance-Schulungen erfolgreich ein

Microlearning wird zunehmend als effektive Methode eingesetzt, um Mitarbeitenden Compliance-Wissen zu vermitteln.

Aram Kaven-Moser Aram Kaven-Moser

    Lange Zeit galt Compliance-Wissen als ein Bereich, der nur der Rechtsabteilung oder, besser gesagt, dem Compliance Officer unterliegt. Unternehmen erkennen jedoch zunehmend, welche Bedeutung Compliance-Schulungen für ihre Mitarbeitenden hat, und welche entscheidende Rolle das Wissen rund um Compliance bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung der Unternehmenskultur spielt.

    Heutzutage ist Compliance ein integraler Bestandteil der Unternehmenskultur und bestimmt die Werte und das Auftreten eines Unternehmens nach innen und nach außen. In diesem Artikel befassen wir uns mit dem Microlearning-Ansatz und seinen Vorteilen für die Anwendung in Compliance-Schulungen.

    Was bedeutet Microlearning?

    Microlearning ist im Wesentlichen eine Form des E-Learnings, bei der die Informationen in kleinen, mundgerechten Stücken an die Teilnehmenden vermittelt werden, anders als beispielsweise bei einem dreitägigen Compliance-Schulungsworkshop. Es kann als eine Lerneinheit definiert werden, die kurz ist und sich auf ein einzelnes Lernziel konzentriert. Bei einem Microlearning-Ansatz dauert die Lerneinheit in der Regel weniger als sieben Minuten und ist handlungsorientiert; jede Einheit ist somit auf ein bestimmtes Lernergebnis ausgerichtet. Jede Lerneinheit existiert jeweils unabhängig von anderen und beantwortet eine bestimmte Frage. Dies garantiert den Lernenden ein hohes Maß an Flexibilität, da sie dann lernen können, wann es ihnen zeitlich passt, und die Geräte auswählen können, die ihren Bedürfnissen am ehesten entsprechen. Diese Art von Lerntechnik kann zudem verschiedene Formate umfassen, beispielsweise kurze Videos oder Quizze.

    Studien zeigen, dass Menschen sich mehr Informationen merken können, wenn sie ihnen in einfachen, leicht verdaulichen Häppchen präsentiert werden anstatt in Form von riesigen Informationsbrocken. Inwieweit kann Microlearning als Methode genutzt werden, um Compliance-Schulungen in Unternehmen voranzutreiben?

    Betrachten wir dies anhand eines Beispiels: Ein Mitarbeiter möchte einer anderen Person ein Geschenk für die Hilfe bei einem wichtigen Geschäftsabschluss machen. Ist dies nach den Unternehmensrichtlinien zulässig oder verstößt der Mitarbeiter gegen die Vorschriften, wenn er dieses Vorhaben umsetzt? Unter normalen Umständen würde man die Antwort auf solche Fragen erst nach stundenlangem Blättern im Verhaltenskodex des Unternehmens finden.

    Wenn diese Informationen den Mitarbeitern jedoch in einem vereinfachten Format zur Verfügung gestellt werden, können sie selbständig Entscheidungen treffen und können sich sicher sein, dabei die Unternehmensregeln einzuhalten.

    Wie kann Microlearning in Compliance-Schulungen eingesetzt werden?

    Unternehmen sind sich einig, dass die Investition in regelmäßige Compliance-Schulungen für Mitarbeiter in mehrfacher Hinsicht von Vorteil ist, u. a. um das Unternehmen vor Rufschädigung im Falle eines Fehlverhaltens zu schützen. Aus diesem Grund ist die Kommunikation von Richtlinien, Regeln und Vorschriften zur Priorität geworden.

    Doch während Unternehmen all ihre Mitarbeiter zu Compliance-Schulungen verpflichten, werden diese oft nicht so durchgeführt, dass alle Informationen erfolgreich im Gedächtnis bleiben. Zudem bedeutet die verpflichtende Teilnahme an Compliance-Schulungen nicht automatisch, dass die Mitarbeitenden auch motiviert sind. Für sie ist die Teilnahme oft nichts anderes als eine weitere Aufgabe auf ihrer To-Do-Liste – was sich auch darauf auswirkt, wie sie auf die Schulung reagieren und wie viel sie sich am Ende davon merken. Werden Compliance-Schulungen nicht richtig durchgeführt, laufen sie Gefahr, kreativlos zu wirken und sogar als langweilig eingestuft zu werden. Das liegt nicht nur am Thema, mit dem wir uns befassen, sondern hat auch viel mit dem Format zu tun, in dem die Schulungen durchgeführt werden.

    Da es für Unternehmen zunehmend schwieriger wird, Compliance-Schulungen für ihre Mitarbeiter interessant und ansprechend zu gestalten, kommt hier die Bedeutung von Microlearning ins Spiel: Es kann eine effektive Methode sein, um den Mitarbeitenden Compliance-Wissen effektiv zu vermitteln. Microlearning-Techniken können dazu beitragen, Compliance-Schulungen zu verbessern, mehr Interesse und Beteiligung am Schulungsprogramm zu wecken und eine größere Wirkung zu erzielen.

    Vorteile von Microlearning-Techniken

    Der Sinn, Microlearning-Techniken in Compliance-Schulungen zu integrieren, besteht nicht nur darin, das Engagement der Mitarbeiter zu erhöhen, sondern auch dazu beizutragen, das Erlernte beizubehalten und Verhaltensänderungen zu bewirken. In Compliance-Schulungen kann der Microlearning-Ansatz auf unterschiedliche Weise integriert werden, zum Beispiel als eigenständiges Schulungsmodul oder Ergänzung zum Hauptmodul. Außerdem kann die Methode helfen, das Bewusstsein vor der eigentlichen Schulung zu schärfen oder im Anschluss das Abspeichern von Informationen zu fördern.

    Lernen ist ein Prozess und eine Reise. Die Vermittlung von Inhalten allein kann keinen Bewusstseinswandel bei den Mitarbeitern bewirken und sie nicht dazu bewegen, das Richtige zu tun. Bei der Compliance-Schulung geht es um die kontinuierliche Entwicklung von Compliance-Fähigkeiten innerhalb der Belegschaft. Das bedeutet, dass echte Lernerfahrungen angeboten werden müssen, die gezielte Übungen und kontinuierliche Lernzyklen beinhalten. Microlearning-Tools helfen dabei, Richtlinien und Verhaltensregeln so zur Verfügung zu stellen, dass Mitarbeitende selbst Entscheidungen treffen können oder schnell wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie Hilfe benötigen.

    Die Microlearning-Anwendung von Rulebook löst beispielsweise das Problem der zugänglichen Compliance-Schulungen. Bei der Plattform handelt es sich um eine App, die Entscheidungsträgern Informationen über die Einhaltung von Geschäftsregeln zur Verfügung stellt. Sie ist in den Arbeitsalltag der Mitarbeiter integriert und motiviert sie zur Einhaltung der Regeln. So können Beschäftigte auf einfache Weise relevante Informationen „nachschlagen“, beispielsweise welche Anforderungen gelten und wie sie in der Praxis umgesetzt werden können. Das bedeutet, dass die Unternehmensrichtlinien und der Verhaltenskodex in Form von Use Cases (Frage-Antwort-Kombinationen) digital in der Plattform verfügbar sind. Mit diesen Praxisfällen können zusätzliche Inhalte in Form von Texten (z. B. Bedingungen oder technische Hinweise), mit elektronischen Dokumenten und Erklärvideos verknüpft und angezeigt werden.

    Merkmale einer Microlearning-Anwendung

    Die Idee einer Microlearning-Anwendung ist es, verschiedene Arten des Lernens zu kombinieren, um es für Mitarbeiter interessant zu machen. Nachfolgend sind einige Merkmale aufgeführt, die Microlearning-Lösungen aufweisen müssen, damit sie effektiv sind:

    Exploratives Lernen

    Ähnlich wie ein digitaler Assistent muss die Plattform die Regeln intuitiv mit praktischen Entscheidungshilfen versehen. Die Mitarbeiter sollten mit der Nutzung der Plattform mehr Themen und Situationen kennenlernen und unbewusst durch bestimmte Szenarien lernen.

    Microlearning-Kampagnen

    In kurzen Sequenzen müssen die Mitarbeiter regelmäßig mit konkreten Fragen konfrontiert werden, die sie beantworten müssen. Die Teilnahme, Häufigkeit und Ergebnisse der Antworten können dokumentiert und ausgewertet werden.

    Blended Learning

    Verschiedene Präsenzschulungsformate können mit geeigneten Microlearning-Tools digital unterstützt werden. Auf diese Weise werden die Erfahrungen und Erkenntnisse der Teilnehmer interaktiv reflektiert und tragen zur Verbesserung der Plattforminhalte bei.

    Alle Compliance-Lösungen an einem Ort

    Das EQS Compliance COCKPIT vereint die wichtigsten Compliance-Workflows in einer integrierten Plattform. 

    Aram Kaven-Moser
    Aram Kaven-Moser

    Managing Director Corporate Compliance — EQS Group | Aram Kaven-Moser ist als Managing Director Corporate Compliance bei der EQS Group tätig und Gründer von Rulebook, einer Dialogplattform für Corporate Behaviour und Compliance. Er verfügt über langjährige Management- und Beratungserfahrung in den Bereichen Governance, Risk und Compliance.

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