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Best Practice: So machen Sie Ihre Webseite fit für den Börsengang

Tipps für Ihre IPO-Webseite und die Zeit nach dem Börsengang

Katrin Pohl Katrin Pohl

    Der Vorstand gibt in guter alter Tradition höchstpersönlich das Signal auf dem Parkett. Wenn die Börsenglocke den ersten Handelstag einläutet, ist das Unternehmen endgültig an der Börse angekommen – mit allen Rechten und Pflichten.

    Auf diesen Premierentag haben viele Mitarbeiter im Unternehmen monatelang hingearbeitet. Diese haben den Börsenkandidaten fit für das Listing gemacht, damit alle gesetzlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Anforderungen erfüllt werden; Anwälten, (Konsortial-) Banken, Wirtschaftsprüfern und Agenturen mandatiert, die den Börsengang begleiten – und natürlich auch eine Equity Story entwickelt, die das Interesse der Investoren weckt.

    Intention to float: Jetzt wird es ernst

    Dies alles geschah noch weitgehend hinter verschlossenen Türen. Der offizielle Startschuss für das Initial Public Offering (IPO) fällt dann in der Regel vier Wochen vor dem ersten Handelstag mit der „Intention to float“ (ITF), einer formellen Erklärung, die den Gang auf das Parkett ankündigt.

    Nun steht das Unternehmen auch offiziell im Fokus des Kapitalmarktes und damit in der Pflicht, mit (potenziellen) Investoren, Finanzjournalisten und Analysten zu kommunizieren. Eine zentrale Rolle spielt dabei die IR-Webseite, die die erste Anlaufstelle der Stakeholder bei der Informationsbeschaffung ist.

    In der ITF-Phase werden meist nur wenige Informationen online bereitgestellt: neben der Finanznachricht, mit der der IPO angekündigt wird, in erster Linie die Kontaktdaten der Investor-Relations-Verantwortlichen.

    Allerdings sollte schon bei dieser IPO-Webseite darauf geachtet werden, dass die Besucher sich gut aufgehoben fühlen, die Informationen schnell finden und möglichst mit einem Klick aufrufen können. Ein hoher Wiedererkennungswert wird durch eine Gestaltung des IR-Bereichs im Corporate Design des Unternehmens erreicht.

    Börsenprospekt: Vielfältige Informationen – aber nicht für alle

    Der nächste Schritt im Verlauf des Börsengangs, zehn bis 14 Tage nach dem „Intention to float“, ist die Veröffentlichung des Börsenprospekts. In dem PDF-Dokument, das auf der Webseite hochgeladen wird, erhalten die Anleger auf mehreren Hundert Seiten das Angebot des Emittenten sowie alle Informationen, um die mit einem Investment verbundenen Chancen und Risiken abwägen zu können. Dazu gehören unter anderem Angaben zur Geschäftstätigkeit sowie zum Markt- und Wettbewerbsumfeld, aber auch die wichtigsten Finanzkennziffern.

    Diese Angaben sind allerdings nicht für alle Besuchern der Webseite bestimmt, denn die Regularien verbieten oftmals einen Zugriff auf die Informationen aus den Vereinigten Staaten, Kanada, Japan und Australien. Darauf wird in einem Disclaimer hingewiesen. Dieser ist in der Regel bis zu vier Wochen nach dem erfolgreichen IPO der IR-Website vorgeschaltet.

    Wenn die IPO-Glocke läutet, geht die Arbeit auf der IR-Webseite erst so richtig los.

    Aktuell, aussagekräftig und ansprechend – die IR-Webseite ab dem Börsengang

    Wie ein Schmetterling entfaltet die IR-Webseite im letzten Stadium, also mit dem erfolgreichen Börsengang, ihre volle Pracht. Dann müssen regulatorische Vorgaben erfüllt und bestimmte Meldungen und Termine veröffentlicht werden. Allerdings sollte der IR-Bereich mehr sein als ein Ort, an dem Kursen und Kennzahlen, Fakten und Finanzberichten nüchtern präsentiert werden.
    Die digitale Welt bietet hier vielfältige Möglichkeiten, um die Inhalte ansprechend darzustellen. Denn klar ist: Die Informationen müssen aktuell und aussagekräftig sein, aber sie sollen auch Emotionen hervorrufen, denn nur dann bleiben sie im Gedächtnis.

    Übersichtlichkeit

    Wie sollte also eine moderne IR-Webseite aufgebaut sein, die dem Leser einen echten Mehrwert bietet? Kurze Antwort: klar und übersichtlich. Ein Besucher, der erst umständlich nach den gewünschten Inhalten suchen muss, wird nur kurz auf der IR-Webseite verweilen – und eventuell auch negative Rückschlüsse auf die Equity Story des Unternehmens ziehen.

    Anschauliche Teaser-Module liefern bereits auf der Startseite einen Überblick über die neuesten Veröffentlichungen, den Aktienkurs, die bevorstehenden Termine oder die Finanzkennzahlen – und ermöglichen den Nutzern einen direkten, unkomplizierten Zugriff auf die gewünschten Informationen.

    Attraktivität durch Interaktivität

    Sprechen Sie mit Ihrer Equity Story nicht nur den Kopf, sondern auch das Herz Ihrer Stakeholder an. Das gelingt mit modernen Kommunikationsmethoden wie interaktiven Elementen, die auch bei IR-Webseiten vermehrt zum Einsatz kommen.

    • Mit einem interaktiven Renditerechner lassen sich die Nachhaltigkeit bzw. Attraktivität eines Investments darstellen. Grafiken und detaillierte Performance-Übersichten für frei wählbare Zeiträume präsentieren die Entwicklung anschaulich – nach Wunsch mit oder ohne Berücksichtigung der Dividende.
    • Der interaktive Aktienchart zeigt die Kursentwicklung an den verschiedenen Handelsplätzen, der sich durch die automatische Nachrichteneinbindung auch in den Kontext zur operativen Entwicklung setzen lässt. Außerdem erfahren Sie, wo gerade gehandelt wird bzw. welche Börsenplätze geschlossen sind.
    • Der interaktive Kennzahlenvergleich liefert einen echten Mehrwert für die Stakeholder, die die Geschäftszahlen des Unternehmens analysieren möchten. Investoren und Analysten können sich den Umsatz, das EBIT oder auch jede andere Kennzahl für bestimmte Jahre darstellen lassen und die Ergebnisse anschließend ausdrucken oder in verschiedene Formate exportieren.
    • Emittenten, die auch eine Anleihe ausgegeben haben, können ihren Kreditoren mit dem interaktiven Fälligkeitsprofil einen guten Überblick über die Schuldenstruktur und die Laufzeiten der Anleihen und Finanzverbindlichkeiten verschaffen.
    • Der Finanzkalender bietet mittlerweile auch mehr als die chronologische Auflistung aller Termine. Mit der Filterfunktion lassen sich beispielsweise nur die Roadshows oder die Finanzveröffentlichungen anzeigen. Der Event Reminder erinnert die Stakeholder an bevorstehende Termine.
    • Der automatisierte News Alert informiert Investoren und Analysten, wenn neue Insiderinformationen, Corporate News, Stimmrechtsmitteilungen oder Presseinformationen veröffentlicht wurden.
    • Ein Börsenlexikon und eine integrierte Glossarfunktion, in der Abkürzungen erläutert und unternehmensspezifische Fachbegriffe erklärt werden, erhöhen die Verweildauer der User auf der Webseite.

    Die IR-Webseite von Vonovia SE setzt beispielsweise interaktive Elemente wie den Dividendenvergleich ein.

    Erzählen Sie von sich

    Die Informationsbedürfnisse sind so unterschiedlich wie die Stakeholder, die Ihre IR-Webseite besuchen – liefern Sie deshalb eine große Bandbreite an Informationen. Investoren und Analysten verlangen natürlich Fakten, aber auch sie sind offen für eine emotionale Ansprache: Erzählen Sie deshalb die Equity Story Ihres Unternehmens, schildern Sie Ihr Geschäftsmodell und erläutern Sie, klar und verständlich, warum man in Sie investieren sollte. Ganz wichtig: Stellen Sie die handelnden Personen aus dem Management vor, das schafft Vertrauen und Nähe.

    Manchmal besteht dennoch Redebedarf: Bieten Sie deshalb möglichst prominent Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme an, beispielsweise durch ein Formular auf der Webseite. Zudem sollten auch die IR-Ansprechpartner mit Foto und Kontaktdaten leicht zu finden sein.

    SEO: Immer leicht zu finden

    Die Herausforderung bei einer IR-Webseite ist, moderne Technologien mit einem frischen Design und einer einfachen Nutzerführung in Einklang zu bringen. Denn auch die besten interaktiven Elemente verfehlen ihre Wirkung, wenn das Gesamtkonzept der IR-Webseite nicht stimmt.

    Dazu gehört, dass ihre IR-Informationen leicht im Internet gefunden werden. Neben einem Teaser-Chart auf der Unternehmenswebseite für den Schnellzugriff sollten Sie deshalb auch über Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung („SEO“) nachdenken.

    Achten Sie auf ein responsives Design. Dieses erlaubt den Nutzern von Tablets und Smartphones einen ebenso komfortablen Zugriff wie vom heimischen Desktop-PC – positiver Nebeneffekt: Im Google-Ranking wird eine responsive Webseite bevorzugt und trägt damit ebenfalls zu einer besseren Auffindbarkeit bei. Außerdem tragen Sie so dem Fakt Rechnung, dass mittlerweile mehr als die Hälfte der Zugriffe auf IR-Webseiten über mobile Endgeräte erfolgen.

    Fazit: Die IR-Webseite als repräsentative Visitenkarte Ihres Unternehmens

    Noch eines zum Schluss: Nach dem erfolgreichen IPO geht die Arbeit erst richtig los. Der IR-Bereich muss gepflegt, laufend aktualisiert und optimiert werden – nur so ist er eine repräsentative Visitenkarte ihres Unternehmens.

    Erleichtern können Sie sich die Arbeit mit einem ganzheitlichen Ansatz, der auf automatisierte Prozesse und integrierte Workflows setzt – und alle Kommunikationskanäle mit nur einem einzigen Arbeitsschritt bedient. So können Sie auch mit begrenzten Ressourcen eine attraktive IR-Webseite anbieten.

    Ihr Unternehmen denkt über den Gang an die Börse nach?

    Gerne unterstützen wir Sie dabei, von Anfang an einen guten Eindruck zu machen. 

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    Infografik: 7 interaktive Elemente, die Ihre IR-Webseite noch attraktiver macht

    Lesetipp

    In der GoingPublic erzählt Oliver Larmann (Investor-Relations-Manager bei Vonovia SE), worauf es ihm bei der Neugestaltung der IR-Webseite des DAX-Konzerns ankam.

    Nutzen Sie branchenführende Tools für Ihre IR-Webseite und bieten Sie Ihren Investoren so ein interaktives Erlebnis

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    Katrin Pohl
    Katrin Pohl

    Head of Account Managing IR – EQS Group | Katrin Pohl leitet das Account Management im Bereich Investor Relations bei der EQS Group in München. Sie berät börsennotierte Unternehmen in Deutschland und Österreich.

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